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Dead Rising 4 – Test (PC)

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Capcom Vancouver hetzt seit dem 14. März x-tausend Zombies auf uns, damit wir sie auf kreative und satirische Weise nach allen Regeln der Zombie-Tötungskunst in kleine handliche Stücke zerteilen können. Dead Rising 4 ist zwar genau genommen schon seit Mitte Dezember erhältlich, aber erst jetzt über Steam käuflich erwerbbar. Und man mag es kaum glauben, der neueste Teil der Serie ist doch tatsächlich einer Indizierung aus dem Weg gegangen und kommt komplett ungeschnitten auf den virtuellen Marktplatz. Wie sich Frank West im vierten Teil gegen die Horden der Untoten schlägt, verraten wir euch in unserem Test.

Eine Autofahrt durch die gemütliche Kleinstadt könnte so schön sein, wäre da nicht dieses gammlige Fußvolk.

Zurück nach Willamette

Frank West, der frühere Fotojournalist, der mittlerweile als College-Professor seine Brötchen verdient, wird von seiner Schülerin Vick unter falschem Vorwand wieder zurück nach Willamette gelockt. Dort finden die beiden heraus, dass eine Organisation Versuche an Zombies durchführt. Sie werden dabei entdeckt und müssen fliehen. Frank will mit dieser Zombie-Geschichte anfangs nichts zu tun haben. Kurze Zeit später, zur Weihnachtszeit, wird er aber überredet, sich den Fall doch genauer anzuschauen. Nicht wissentlich, dass Vick schon auf eigene Faust journalistisch aktiv geworden ist und der Sache ebenfalls nachgeht. Die Geschichte entwickelt sich schnell zu einer neuen großen Verschwörung und ist nicht die beste, die wir je in einem Videospiel gesehen haben. Das ist auch nicht verwunderlich für ein Spiel, in welchem es mehr oder weniger hauptsächlich darum geht, eine Menge an Gammelfleisch mit einer großen Anzahl von abgefahrenen Waffen zu entsorgen. Diesmal fällt das Zeitlimit der Vorgänger weg und wir schlagen uns von Fall zu Fall. Durch den Abschluss dieser wird die Story voran getrieben.

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Mit eingebautem Flammenwerfer an unserem Fahrzeug heizen wir den Zombies ordentlich ein.
Mit eingebautem Flammenwerfer an unserem Fahrzeug heizen wir den Zombies ordentlich ein.

Zombies, Zombies und noch mehr Zombies

Was Dead Rising 4 sehr gut kann, ist, uns unglaublich viele Zombies in den Weg zu stellen, die wir nach Herzenslust niedermähen dürfen – und das meine ich auch genau so, wenn ich an die Kombi aus Kinderfahrrad und Rasenmäher denke. Überhaupt gibt es eine gigantische Auswahl an Waffen, die wir durch gefundene Blueprints noch erweitern können. So wird aus einem Vorschlaghammer und Granaten eine Schlagwaffe, die außerordentlich viel Wumms hat. Neben den Kombo-Waffen steht uns diesmal auch ein Exo-Suit zur Verfügung, der uns erlaubt, Parkuhren aus dem Boden zu reißen, um sie als Waffe zu benutzen oder sogar schwere Miniguns tragen zu können. Dieser Exo-Suit lässt sich sogar auch noch mit diversen Gegenständen kombinieren, was ihn noch übermächtiger werden lässt. Übermächtig ist ein gutes Stichwort, denn das bringt mich zu meinem nächsten Thema und zu einem großen Kritikpunkt in Dead Rising 4.

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Stolz wie Bolle präsentiert Chefkoch Frank West sein neues leckeres Gericht: Zombie-Hack.
Stolz wie Bolle präsentiert Chefkoch Frank West sein neues leckeres Gericht: Zombie-Hack.

Zombies, Zombies … *gähn*

Na gut, es macht schon irgendwie Spaß, die Massen an Toten erneut zu töten. Leider fehlt aber total die Herausforderung dabei. Hatten die beiden ersten Teile noch ein deutlich spürbares Survival-Element dabei, fehlt dieses mittlerweile komplett. Es gibt zwar die sogenannten Evo-Zombies, die schneller und aggressiver als ihre Kollegen sind, dennoch fehlt im neusten Teil gänzlich der Schwierigkeitsgrad und das Gefühl, sich mit allen Mitteln, die einem zur Verfügung stehen, gegen die gefährliche Flut von Untoten zu wehren. Man findet eine Unmenge an Heilgegenständen und die Waffen halten auch deutlich länger bis sie kaputt gehen. Wie man auch schon bei Resident Evil 1-6 beobachten konnte, weicht von Teil zu Teil der Survival-Faktor immer mehr der hirnlosen Action. Schade eigentlich, denn genau das hat die ersten beiden Teile so besonders gemacht. Leider gibt es auch keine „Psychopaths“ mehr im Spiel. Stattdessen gibt es jetzt „Maniacs“, die hin und wieder auf der Karte auftauchen. Diese haben aber nicht mehr viel mit den damaligen Psychopathen zu tun. Es gibt für sie nämlich keine zusätzliche Einführungssequenz. Auch der Schwierigkeitsgrad der Kämpfe gegen die Irren ist leider zu gering. Generell wurde das Spiel in vielen Bereichen stark simplifiziert. So ist es zum Beispiel auch nicht mehr möglich, die befreiten Zivilisten mit Waffen auszustatten. Wem es aber nur ums kreative Zombietöten geht, der wird sicher auch im vierten Ableger der Serie Spaß haben.

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Wie in Shaun of the Dead zweckentfremden wir die guten alten Schaltplatte, hier aber mit deutlich mehr Effekt.
Wie in Shaun of the Dead zweckentfremden wir die guten alten Schaltplatte, hier aber mit deutlich mehr Effekt.

Bugs, Bugs und noch mehr Bugs

Neben den Horden von welkem Fleisch finden wir auch einige Bugs im Spiel. Beim Durchspielen sind zwar keine Fehler aufgefallen, die das ganze Spiel komplett zerstören, dennoch waren einige Bugs doch sehr nervig. Oft kam es vor, dass Zombies in der Wand festhingen. Das wäre an sich nicht so schlimm, wenn man nicht genau diesen feststeckenden Zombie für eine Nebenaktivität hätte töten müssen. Das Spiel hat sich auch des Öfteren aufgehangen, was doch sehr frustrierend war, zum Glück sind die Checkpoints gut verteilt und man fällt dadurch nie weit zurück. Gerne hätte ich auch etwas über das kooperative Zusammenspiel mit anderen Leuten geschrieben, dazu bin ich aber leider nicht gekommen, da ich nie eine stabile Verbindung zu anderen Leuten gefunden habe. Ich hoffe der Entwickler arbeitet noch daran, damit man auch zuverlässig Mitspieler findet.

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Blondes Haar. Schnauzbart. Frank kann einfach alles tragen.
Blondes Haar. Schnauzbart. Frank kann einfach alles tragen.

Dead Rising 4 - Wertung/Fazit

69 Schwach

In dem Dead Rising-Franchise steckt so viel Potenzial, leider geht der Entwickler meiner Meinung nach den falschen Weg. Es wirkt so, als würde er das ganze Spiel noch weiter vereinfachen, damit es eine noch breitere Masse an Spielern erreicht. Leider tut das dem Spiel nicht gut. Es hätte so viel besser werden können, zumal mir alleine das Setting des vierten Teil sehr gefällt. Zombies zu weihnachtlicher Atmosphäre töten hat schon was. Auch schön ist, dass das Einkaufszentrum aus dem ersten Teil, wenn auch bei weitem nicht so groß, wieder im Spiel vorkommt. Leider trüben der zu leichte Schwierigkeitsgrad, viele Bugs und die fehlenden Psychopathen den Spielspaß enorm. Bleibt zu hoffen, dass Dead Rising irgendwann wieder zu seinen Wurzeln zurückkehrt - und das am Besten nicht erst mit Teil 7.

  • User Ratings (1 Votes) 7
Teile.

Übern den Autor

Ron

Ron machte seine ersten Zockererfahrungen vor vielen, vielen Jahren als kleiner Knirps mit dem Commodore 64. Seine Leidenschaft entfachte aber erst der Super Nintendo, zusammen mit Mario.

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