PS4

Mass Effect Andromeda – Test (PS4)

Google+ Pinterest LinkedIn Tumblr +

Mit Mass Effect Andromeda geht Entwickler BioWare neue Wege und präsentiert uns eine ganz andere Galaxie, weit entfernt von Shepard und dem Spielspaß, den wir aus früheren Teilen kennen. Dennoch ist der neueste Teil aus dem Mass Effect-Universum ein recht akzeptables Spiel geworden, welches leider nur sehr wenig mit den tollen Vorgängern zu tun hat und von Fans schon vor Release harsche Kritik kassiert hat. Was genau BioWares neuestes Weltraumepos anders und leider nicht immer besser macht als seine Vorgänger, verraten wir euch in unserem Test.

Shepard wird zu Ryder

Die Geschehnisse aus Mass Effect 3 liegen gut 600 Jahre zurück und unser Protagonist oder unsere Protagonistin, je nachdem wie wir uns entscheiden, wird aus einem Kryoschlaf erweckt. Kurze Zeit danach werden wir zum sogenannten Pathfinder ernannt und haben die Aufgabe, einen neuen bewohnbaren Planeten für die Menschheit und für all die anderen Rassen zu finden. Dies stellt sich jedoch als noch schwerer heraus als erwartet, da sich uns die neue Alien-Rasse namens Kett in den Weg stellt. Neben den feindlichen Kett lernen wir auch noch eine weitere Alien-Art kennen, die Angara. Diese sind uns freundlich gesinnt und helfen uns bei der Suche nach einer neuen Heimat.

Im Grunde ist das Ganze eine gute Basis für ein spannendes Abenteuer, leider kommt die Story nur sehr langsam in Fahrt. Ebenfalls fällt negativ auf, dass wir keine wirklich markanten Charaktere auf unserer Reise treffen. Versteht mich nicht falsch: Alle Figuren haben eine Hintergrundgeschichte und ihre eigenen Beweggründe, warum sie an unserer Seite stehen oder uns bekämpfen. Dennoch kommen diese lange nicht an solch gut gemachte Begleiter wie Garrus, Tali’Zorah oder Mordin Solus, aus den älteren Teilen, heran. Lediglich unsere Mitläuferin Peebee fällt positiv auf, da sie ihren eigenen Willen hat und es Spaß macht, mit ihr zu interagieren und ihre Geschichte zu erfahren. Alle anderen Figuren wirken im Vergleich zu ihr etwas blass. Schade ist auch, dass wir es nur mit zwei neuen Alien-Rassen zu tun bekommen, obwohl das Spiel so viele Jahre später und in einer ganz anderen Galaxie ansetzt. Und zu meinem Entsetzen kommt meine favorisierte Rasse, die Quarianer, nicht im Spiel vor.

Vergrößern

Die Umgebungen sind den Entwicklern wirklich gut gelungen und machen optisch wirklich einiges her.
Die Umgebungen sind den Entwicklern wirklich gut gelungen und machen optisch wirklich einiges her.

Was ist denn hier passiert?

Echt schade, dass es die Quarianer nicht in den neusten Teil geschafft haben. Bei dieser permanent Helm tragenden Rasse wären wenigstens nicht diese furchtbaren Gesichtsanimationen aufgefallen, die Mass Effect Andromeda uns zur Schau stellt. Teil eins bis drei hatten zwar auch nicht die allerbesten Gesichts- und Körperanimationen, aber dennoch waren diese deutlich besser als in Andromeda. Eines der schlimmsten Gesichter trägt wohl Foster Addison. Ihr farbenfrohes vor Make-Up strotzendes Gesicht, zusammen mit ihrem leeren und toten Blick, sorgen beim bloßen Anschauen schon für Gänsehaut. Wenn sie dann aber noch anfängt zu reden, ist alles vorbei. Alle anderen menschlichen Gesichter wirken zwar nicht ganz so schlimm, dennoch teilen sich alle die gleichen toten Augen. Negativ stechen auch die Bewegungen der Charaktere hervor. Hier wurde anscheinend versucht, einen übertrieben lässigen Gang mit dem eines Schimpansen zu kreuzen. Wenn das wirklich das Ziel war, ist es den Entwicklern sehr gut gelungen.

Vergrößern

Dies gilt leider nicht für die Gesichter der Charaktere im Spiel.
Dies gilt leider nicht für die Gesichter der Charaktere im Spiel.

Wie schon erwähnt, sind alle Begleiter und anderen NPCs, die wir treffen, etwas blass. Ich hätte sogar gut auf sie verzichten können, da man während des Spieles kaum direkten Zugriff auf sie hat. Man kann ihnen keine neuen Waffen oder Rüstungen geben und ihre Fähigkeiten können auch nicht mehr direkt von uns benutzt werden. Wir können unsere Kameraden nur auf eine bestimmte Position schicken und wieder zu uns zurück rufen. Schade eigentlich, dadurch geht eine Menge Tiefgang in den Kämpfen verloren. Dennoch ist es nett, dass man immer jemanden an seiner Seite hat, denn jeder der NPC-Buddys reagiert in bestimmten Situationen und Dialogen anders und gibt immer wieder – mal mehr, mal weniger sinnvolle – Kommentare ab.

Vergrößern

Hier sind wir auf einem Asteroiden unterwegs, was dank verminderter Schwerkraft viel Spaß bereitet.
Hier sind wir auf einem Asteroiden unterwegs, was dank verminderter Schwerkraft viel Spaß bereitet.

Nicht alles ist schlecht

Trotz allen bis jetzt genannten Negativpunkten muss man hervorheben, dass das Spiel auch manches besser macht als seine Vorgänger. Am auffälligsten ist das Kampfsystem. Es ist flüssiger, schneller und macht dank der großen Auswahl an Waffen und verschiedenen Fähigkeiten wirklich eine Menge Spaß. Dank Jetpack springen und sausen wir von Deckung zu Deckung und können auch kurzzeitig in der Luft stehen bleiben, um unsere Feinde von oben abzuschießen. Wobei man so doch ein leichtes Ziel ist, was man sich eigentlich nicht leisten kann. Schon auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad stecken wir nicht viel ein, wenn einmal unser Schild durchdrungen wurde. Zum Deckungs-System sei noch zu gesagt, dass wir dieses Mal keinen Knopf mehr drücken müssen, um uns hinter einem Gegenstand zu verstecken. Einfaches Dagegenlaufen mit gezogener Waffe genügt. Das benötigt anfangs zwar etwas Eingewöhnungszeit, geht später aber flott von der Hand und sieht nach einer sinnvollen Veränderung aus.

Ebenfalls positiv fällt das neue Forschungs- und Entwicklungssystem auf. Hier sammeln wir verschiedene Punkte durch das Scannen bestimmter Gegenstände. Diese Punkte investieren wir wiederum in verschiedene Waffen- und Rüstungsbaupläne, mit denen wir uns – die nötigen Ressourcen vorausgesetzt – immer bessere Ausrüstung zusammenbauen können.

Mass Effect Andromeda - Wertung/Fazit

73 Okay

Alles in allem finde ich, Mass Effect Andromeda wird dem großen Namen leider nicht gerecht. Dennoch ist der gemeinschaftliche Hass der Community gegen das Spiel nicht ganz gerechtfertigt. Klar hat es seine Ecken und Kanten und ja, es wirkt ein wenig so aufgebaut wie Dragon Age Inquesition. Riesige einzelne, nicht zusammenhängende Areale mit viel Fläche zum Erkunden und unzähligen Sammel- und Tötungsnebenquests. Leider fühlen sich die Gebiete, trotz wirklich schöner Optik, sehr leer und karg an. Die Story ist zwar nicht die beste, dennoch nimmt sie nach zäher Anfangsphase noch ein wenig Fahrt auf und präsentiert uns immer mal wieder spannende Entscheidungen, dessen Auswirkungen wir auch zu spüren bekommen. Fans der Trilogie werden aber sicher trotzdem ihren Spaß haben, wenn sie den neuen Teil als Mass Effect light ansehen. Deshalb würde ich das Spiel auch keinem für den Vollpreis empfehlen. Lieber warten, bis es mal in einem Sale zu finden ist.

  • User Ratings (2 Votes) 7
Teile.

Übern den Autor

Ron

Ron machte seine ersten Zockererfahrungen vor vielen, vielen Jahren als kleiner Knirps mit dem Commodore 64. Seine Leidenschaft entfachte aber erst der Super Nintendo, zusammen mit Mario.

Kommentieren