PLAY 18 Portraits: Marian Brinkmann von Oddly Assorted

Google+ Pinterest LinkedIn Tumblr +

Auf dem diesjährigen PLAY-Festival konnten die BesucherInnen auf der Ausstellung in Hamburg Neuheiten des Creative Gaming kennenlernen und selbst erproben. Mit dabei ist das Spiel »Oddly Assorted« vom studentischen Team, bestehend aus Marian Brinkmann, Ramona Meier, Maika Widmayer und Daria Farfolomeeva.

In dem Aufbaustrategiespiel geht es darum, neuen Wohnraum für die Bewohner einer übervölkerten Stadt zu bauen. Man nimmt dabei die Perspektive einer Firma ein, die Profit aus den Nöten der Menschen schlägt und auf bereits bestehende Häuser, neue Häuser baut.

Nach dem Test stellt sich uns Marian Brinkmann vor und erzählt uns unter anderem, wie das Spiel mit seinem Team gemeinsam entstanden ist und welches Statement das junge Entwicklerteam mit ihrem Spiel setzen wollen.

War »Oddly Assorted« das erste Spiel, dass ihr entwickelt habt?

»Oddly Assorted« ist das Projekt unseres 6. Semesters, daher haben wir innerhalb des Studiengangs bereits an vier anderen Projekten gearbeitet, allerdings nicht immer in derselben Konstellation.

Warum hast du dich für Game Design und dann speziell für die Spielentwicklung entschieden?

Ich habe, nachdem ich Videospiele für mich entdeckt habe, bereits mit zehn Jahren versucht über den Game-Maker eigene mich an eigenen kleinen Spielen zu versuchen. Seitdem habe ich mich stets dafür interessiert, wie große Videospielproduktionen entstehen. Nachdem Abi habe ich meine Interessen dann weiterverfolgt und mich an der Uni Darmstadt für den Studiengang Game Design angemeldet und seitdem entwickle ich auch selbst.

Hast du Tipps für junge EntwicklerInnen?

Ich kann wirklich nur jedem Entwicklerteam, dass Spiele entwickelt welche ein gesellschaftliches Thema behandeln oder darstellen, empfehlen an die Öffentlichkeit damit zu gehen. »Itch.io« ist eine Plattform, die ich persönlich sehr empfehlen kann. Die Plattform bietet Entwicklern kostenlos die Möglichkeit ihre Spiele zu veröffentlichen und man bekommt von Usern direkt ein Feedback, was gerade für junge Teams in der Anfangsphase sehr hilfreich sein kann. Das kann vor allem die Weiterentwicklung des Spiels vorantreiben und Sachen aufzeigen, die man selbst noch nicht bemerkt hat.

Warum habt ihr Euch dieses Spielgenre ausgesucht und wie habt ihr Eure Idee für das Spiel entwickelt?

Bei diesem Projekt war ein Faktor bei der Auswahl und der Entstehung der Rahmen, den wir durch das Seminarthema bekommen haben: »Streetcorner 2028«. Unter diesem Motto haben wir dann im Team überlegt, welche gesellschaftlichen Probleme bestehen, die sich in 10 Jahren vielleicht stark verschlimmert haben könnten. Dadurch kamen wir während unserer Überlegungen auf Thema Wohnraum und Mietpreise, was sich für uns als Studenten als ein Problem darstellt, dass sich in den nächsten Jahren auf jeden Fall drastisch verändern wird.

Unser nächster Gedankengang beschäftigte sich also damit, wie man diese Probleme lösen könnte und dadurch kamen wir auf unsere Gameplayidee, neue Häuser auf bereits bestehende Häuser zu bauen, um neuen Wohnraum zu schaffen und um Kosten zu sparen.

In unserer Geschichte zum Gameplay haben wir daher eine Firma erdacht, die sich »Oddlly Assorted« nennt und Profit aus dem Wohnraummangel schlägt. Mit der Idee, Wohnungen aufeinander zu stapeln, kam dann auch schnell die Idee ein Aufbaustrategiespiel zu entwickeln.

Welche Vorbilder und Inspirationen hattet ihr?

Wir haben uns stark an »Project Highrise« orientiert, allerdings haben wir unsere Spielversion simpler gestaltet. Bei »Project Highrise« werden noch Elemente wie Strom, Wasser und Telefonkabel berücksichtig, das konnte wir bisher noch nicht umsetzen, hauptsächlich aus Zeitgründen. Allerdings konnten wir durch die gezielte Wahl von bestimmten Spielelementen, das Spiel fertigstellen und so designen, dass es auch für das Tablet optimiert ist.

Wollt ihr mit dem Spiel ein bestimmtes Statement setzen oder ein Bewusst sein für Themen schaffen?

Man kann durchaus sagen, dass das Spiel eine satirische Note hat. Wenn man »Oddly Assorted« spielt, kann man beobachten, dass komplexe Gebäude entstehen, in denen eine eigene Infrastruktur herrscht und die Bewohner sehr erfinderisch werden, weil sie wenig Mittel zur Verfügung haben. Wenn man so möchte, drückt das Spiel also auch ein wenig das Problem aus, dass Wohnraum für Studierende nicht unterstütz wird und dadurch in Zukunft mehr Probleme entstehen werden. Unser Spiel gibt dabei einen überspitzen Ausblick auf eine mögliche Zukunftsvision und zeigt auf, dass es in unserer Gesellschaft in Bezug auf Wohnraum nicht so weiter gehen kann, wie es momentan gehandhabt wird. Wir versuchen darauf aufmerksam zu machen, dass das sogenannte »Soziale System« in Deutschland auch wieder mehr eine Unterstützung für die Leute werden soll, die sich an die Mietpreiserhöhungen beispielsweise nicht einfach anpassen können.

Was plant ihr für die Zukunft?

Neben unseren persönlichen Plänen und Zielen im Bereich des Game-Designs, würde wir uns alle sehr freuen dieses Projekt weiter ausbauen und verbessern zu können, weil wir alle sehr viel Herzblut in das Projekt gesteckt haben.

Vielen Dank für deine Zeit.

Das Spiel steht für Windows, Mac und Linux hier zum Download bereit: noxnorthwind.itch.io/oddly-assorted

Teile.

Übern den Autor

Josy

Seit Sie im Urlaub mit 3 Jahren den Gameboy ihres Papas in die Hand genommen hat, sind die Videospiele nicht mehr von ihrer Seite gewichen. Am liebsten zockt sie jetzt jedoch Konsole und hat unzählige Stunden mit Shootern wie Halo oder Open-World-Spielen verbracht.

Kommentieren