Sushi Striker: The Way of Sushido – Test (3DS/Switch)

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Absurd. Kurios. Das sind zwei Adjektive, welche das Universum, in welchem Sushi Striker sich abspielt, wohl am trefflichsten beschreiben. Sushi stellt in diesem das höchste Gut dar. Allerdings handelt es sich nicht nur um irgendein Sushi, sondern um ein Geschenk der heiligen Sushi-Geister an den gemeinen Pöbel.

Krieg der Sushi-Connaisseure

Doch gemäß der menschlichen Natur will niemand teilen und so entbrennt um die wertvollste aller Ressourcen schon bald ein erbitterter Krieg. Ja, richtig gelesen. In dieser Welt schlagen sich deren Bewohner gegenseitig die Schädel für Nigiri-, Sashimi- oder auch California-Röllchen ein. Auf der einen Seite steht das Imperium, welches alles Sushi für sich beansprucht, auf der anderen die Rebellen, welche möglichst allen Menschen Zugang zur Leibspeise ermöglichen wollen. Ihr mimt dabei (wahlweise auch in weiblicher Form) den Protagonisten Musashi. Gleich zu Spielbeginn bekommt er das erste mal in seinem Leben Sushi zwischen die Kauleisten. Nach dessen umwerfenden Genuss schwört er für die Rebellen gegen das Imperium zu Felde zu ziehen. Die Story wird immer wieder durch aufwändig produzierte Animesequenzen fortgeführt, deren Humor jedoch oft ins infantile bis lächerliche abdriftet. Immerhin: Die Filmschnipsel wurden sogar eigens für die weibliche sowie männliche Version von Musashi angefertigt.

Running Sushi

Musashis Feldzug erstreckt sich über eine Kampagne mit über 200 Levels. Abseits der hanebüchenen Geschichte erwartet euch hier das Kernstück des Spiels in Form des auf Geschicklichkeit setzenden Puzzle-Gameplays, garniert mit dezenten Rollenspielelementen und sogar einem Hauch Pokémon-Monstersammelei. In der Hauptsache tragt ihr die Kämpfe mit euren Kontrahenten am Running Sushi aus. Ziel des Spiels ist es, möglichst flink Sushi in Musashi hineinzustopfen, damit ihr so schnellstmöglich auf hohe Tellerstapel vor euch blicken könnt. Diese gilt es dann eurem Widersacher auf die Rübe zu feuern, um ihn so letztendlich niederzustrecken. Auf jeweils drei Laufbändern sausen die klebrigen Reisbeutel an euch und eurem Gegenüber vorbei, in der Mitte befindet sich ein für beide Seiten zugängliches, siebtes Sushi-Laufband.

Teller stapelt ihr vorzugsweise in der gleichen Farbe, denn diese gibt zugleich dessen Qualität und somit die mögliche Schadensmenge an. Demnach markiert ihr möglichst viele, gleichfarbige Sushiteller, während sie auf dem Laufband an Musashi vorbeiflitzen. Allerdings dürft ihr dabei nicht andersfarbige Sushi-Teller überspringen, sondern müsst eine kohärente Linie bilden. Im Klartext müsst ihr innerhalb weniger Sekunden also möglichst viele gleichfarbige Sushi-Teller miteinander verbinden, um so die größtmögliche Kombo zu erzeugen.

Doch das ist nur der Anfang, ganz getreu dem Motto: »Leicht zu erlernen, schwer zu meistern.« Im weiteren Spielverlauf wird das Gameplay um weitere Mechaniken erweitert, welche dem zunächst simplen Grundprinzip deutlich mehr Anspruch und Tiefe verleihen. Da wären Regenbogenteller, welche nach einer 7er-Kette entstehen und sich mit allen anderen Farben kombinieren lassen. Oder Items wie Bomben und Laufbandbeschleuniger, welche gerne mal das Match völlig auf den Kopf stellen können. Das Tellerwerfen ist außerdem auch eine Kunst, welche zunächst erlernt und anschließend gemeistert werden möchte. Ihr habt mannigfaltige Variationsmöglichkeiten für maximal destruktive Kombos, beispielsweise durch das wiederholte Werfen gleichfarbiger Teller. Liegt auf diesen auch noch dieselbe Sorte Sushi, multipliziert sich der Schaden zusätzlich.

Pokésushi

Ein weiteres, taktisches Element stellen die über 50 verschiedenen Sushi-Geister dar, welche zunächst gefunden werden wollen, dafür aber allesamt eigene Fähigkeiten mit sich bringen. Die spirituellen Wesen lassen sich sogar mit gewonnenen Erfahrungspunkten weiterentwickeln. Aus diesen rekrutiert ihr ein dreiköpfiges Team. Die Sushi-Geister bestimmen anschließend nicht nur, welches Sushi auf euren Tellern landet, sondern gewähren euch auch einzigartige Zauber. Diese können dann auch das Zünglein auf der Waage in einem hitzigen Duell sein, da sie euch nicht nur mächtige Vorteile gewähren, sondern sogar die Spielregeln auf den Kopf stellen können. Booster, Modifikatoren, Zauber oder Schilde bis hin zur Sabotage – da ist beinah alles geboten.

Fazit

Sushi Striker: The Way of Sushido ist ein kleines Juwel, das wieder einmal so richtig »typisch Nintendo« ist. Den Machern ist es gelungen auf sinnvolle Weise einen Hauch Pokémon nebst Rollenspielelementen mit dem überraschend tiefgründigen Puzzle-Gameplay zu verquicken. Hut ab! Torpediert wird das kurzweilige Spielprinzip leider von der hakeligen Steuerung, welche weder per Touchscreen im Handheldmodus noch via Controller präzise ist. Die Steuerung via Analogstick ist zu sensibel geraten, so dass ich oftmals bei der Tellerwahl versehentlich daneben langte. Via Touchscreen ließ es sich hingegen nicht vermeiden, dass ich regelmäßig einen Teil des Spielgeschehens mit meinem Finger verdeckte und so die Übersicht darunter litt. Wer darüber hinwegsehen kann und mit dem gewöhnungsbedürftigen Humor klarkommt, den erwartet ein unkonventionelles, innovatives Geschicklichkeitsspiel, welches überraschend viel Tiefgang bietet.

Sushi Striker: The Way of Sushido (3DS/Switch), Nintendo, 50 Euro, bereits erhältlich*

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Teile.

Übern den Autor

Alessandro

Gamer. Geek. Minimalist. Seine größte Leidenschaft wurde auf 8-Bit-Konsolen entfacht und ist bis heute ungebrochen. Liebt unkonventionelle Titel abseits des Mainstreams ebenso wie AAA-Blockbuster.

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