GAIN Magazin

Transformers: Rise of the Dark Spark – PC

In den letzten Jahren sind bereits mehrere Spiele aus dem Transformers Hasbro Universum erschienen. Ist „TRANSFORMERS: Rise of the Dark Spark“ ein würdiger Nachfolger für das zuletzt erschienene von Fans und Kritikern gut aufgenommene „Transformers: Fall of Cyberton“?

Vorab

Vorab will ich sagen, dass ich an „TRANSFORMERS: Rise of the Dark Spark“ mit keiner hohen Erwartungshaltung herangegangen bin. Auch wenn das Spiel keine direkte Filmlizenz-Versoftung darstellt, umgibt die Spielereihe, angesichts der vielen veröffentlichten Transformer Filme, doch ein wenig diese Aura. THQ ist zum Teil auch an dem zusammengebrochenen Markt von Spielen, die aktuellen Kinofilmen entliehen sind und aufgrund der Hektik der Produktionsumstände keine gute Qualität erreichen konnten und dementsprechend vom Markt abgelehnt wurden, zugrunde gegangen. Andererseits hat die zuletzt erschienen Batman-Reihe um „Arkham Asylum“ und „Arkham City“ gezeigt, dass Lizenzumsetzungen auch sehr hochwertig sein können. In welche Kerbe wird dieses Spiel schlagen?

Der Erste Eindruck

Jeder der meine Reviews liest weiß, dass ich gerne den Startbildschirm ein wenig auf mich wirken lasse, um ein ganz allgemeines Gefühl für das Spiel zu bekommen und die Musik zu genießen. TRANSFORMERS: Rise of the Dark Spark hat mich in der Hinsicht positiv überrascht. Der Soundtrack war stimmig die Hintergrundbilder passend und ansatzweise wurde eine epische Erwartungshaltung, um den ewigen Konflikt Autobots vs. Decepticons erzeugt. Der erste Eindruck war definitiv gut.

Der erste Eindruck

Einfach durchschnittlich

Der gute Eindruck verflüchtigt sich allerdings dann doch schneller als man „Darkspark“ sagen kann und macht einem eher mittelmäßigen Spielgefühl Platz. Ein Kritikpunkt ist sicherlich die Grafik. Die Texturen (insbesondere Grastexturen) wirken trotz Unreal Engine mäßig ansehnlich und sind stellenweise richtig matschig. Die Effekte sind solide aber nicht herausragend und dieses Gefühl von, ist in Ordnung aber irgendwie nicht herausragend, zieht sich weiter durch das ganze Spiel.

Die Story wird von einer englischen Sprachausgabe begleitet, die gut ist. Megatron zetert fies aber vorhersehbar herum mit Sprüchen a la: „Deine Ignoranz wird nur noch von Deiner Inkompetenz übertroffen.“ Die restlichen Synchronsprecher liefern eine solide bis gute Leistung ab. In diesem Punkt ist man auf dem Niveau der bisherigen Transformers-Titel.

Die Steuerung der eigenen Transformers in der Third-Person-Perspektive ist insgesamt ebenfalls durchwachsen. Sehr gut gemacht ist das Bewegungsgefühl, wenn man den Transformer in seiner Roboterform steuert. Die Bewegungen sind flüssig, wenn der Roboter einen größeren Sprung macht erzeugt die Landung ein richtiges Gefühl von Schwere. Die Steuerung der Schusswaffen und Spezialfähigkeiten funktioniert tadellos auf Knopfdruck.

Transformiert man seinen Transformer allerdings mittels Knopfdruck in ein Auto oder einen Jäger, fühlen sich die Fahrbewegungen unrealistisch und plump an. Bei der Steuerung des Jägers hatte ich mehr das Gefühl einen alten Helikopter, statt einen Jäger, zu steuern. Daher ist die Steuerung unterm Strich auch mittelmäßig.

Ein Pluspunkt des Spiels, der aus der Gleichförmigkeit herausragt, ist die große Anzahl von Waffen, die das Spiel spendiert bekommen hat. Die Waffen arbeiten auch sehr unterschiedlich und es geht also nicht nur um kosmetische Unterschiede. Z.b. ist das Neutronensturmgewehr ein klassischer Ballermann fürs Dauerfeuer, wohingegen das E.D.K Tech Volt Blitze abfeuert, die sogar von Oberflächen abgelenkt werden können und sogar etwas um die Ecke feuern können. Schwere Waffen wie ein Thermo Raketenwerfer oder eine korrosive Schleimkanone runden das Bild ab. Die verschiedenen Waffen können während der Level an bestimmten Ausrüstungspunkten ausgerüstet werden, müssen aber erst mal während des Spielverlaufs freigeschaltet werden.

Das geschieht durch Ausrüstungskisten verschiedener Güteklassen, wie z.b. Eisen oder Silber, die man während des Spiels erhält und die mich persönlich ein wenig an  den Multiplayer aus Mass Effect 3 erinnert habe, bei dem es auch Ausrüstungskisten mit verschiedenem Inhalt gab. In den Kisten finden sich Waffen, Charaktere für den Multiplayer, Techs, welche kleine Boosts wie Heilung geben, oder Hacks, welche gewisse Spielmechaniken verändern können.

Nun was ist aber mit der Story um den mysteriösen „Darkspark“? Nun wer Transformers spielt, erwartet keine Storyline die es mit einem „Herr der Ringe“ aufnehmen kann, aber natürlich hoffen wir auf mehr als die x-te Neuauflage des üblichen „gute Autobots gegen böse Decepticons“-Schema. In dieser Hinsicht kann die Story um den Darkspark ein wenig überraschen, da außer den Autobots und den Decepticons ein anderer Transformer namens Lockdown mit seiner Armee cybertronischer Söldner ebenfalls Jagd auf den „Darkspark“ macht. Trotzdem kann das nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass das generelle Transformers Setting dringend eine Modernisierung vertragen könnte. Durchsichtige Geschichten mit nur zwei Protagonisten sind einfach nicht mehr zeitgemäß. In diesem Sinne kann die Story, eingebettet in die 14 Missionen des Spiels zwar unterhalten, aber nicht wirklich überzeugen.

Eskalation als Multiplayer Modus

Wie sieht es mit dem Multiplayermodus aus? Der ist vorhanden und nennt sich Eskalation. Dabei können bis zu 4 Spieler co-op gegen Wellen von Gegnern antreten. Das ist nicht wirklich interessant, aber immerhin kann man dort alle freigeschalteten Charaktere (es gibt um die 40 freischaltbaren Charaktere) der Autobots und Decepticons nutzen und sich mit allen Waffen, Techs und Hacks nach Herzenslust austoben.

Auch dabei fühlt man sich unweigerlich an den Multiplayer von Mass Effect 3 erinnert, bei dem ebenfalls in Wellen auftretende Gegner besiegt werden mussten und es zur Belohnung Kisten mit Ausrüstung und neuen Charakteren gab.

Fazit

TRANSFORMERS: The Dark Spark ist weder ein herausragendes noch ein wirklich schlechtes Spiel und somit eine angemessene Lizenzumsetzung, allerdings ohne große Liebe zum Detail. Die Singleplayer-Kampagne ist mit ihren 5-10 Stunden (je nach Geschick und Schwierigkeitsgrad) unterhaltsam und der kleine Multiplayer-Modus macht für einige Zeit Spaß. Die Story ist für das Transformers-Universum ordentlich, hat allerdings auch einige Logiklöcher.

Immerhin kommt das Spiel nicht als Vollpreistitel auf den Markt, sondern kostet lediglich um die 30 Euro. In diesem Sinne können Fans des Transformer-Universums oder Freunde der bisherigen Spiele zugreifen und werden nichts falsch machen. Aber niemand sollte hier einen Triple A Titel erwarten.

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